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Das Messelabyrinth und der Reinigungstrupp

2. September 2010

Eine gute Story braucht Protagonisten. Doch was tun, wenn man die nicht findet? Auf dem IFA-Gelände keine Seltenheit. Filiz Penkofer und Caroline von Eichhorn können davon erzählen.

Eine Journalistin kennt keinen Schmerz

Bestens gelaunt holten wir die Kamera aus dem Regal. Unsere Geschichte: Ein Kurzfilm über jene Menschen, die aus der IFA eine saubere Veranstaltung machen. Die dafür sorgen, dass der Boden des Messegeländes mit dem Licht der Deckenfluter um die Wette strahlt. Die Putzkolonne auf der IFA.

Ein kurzer Anruf bei der Aufsicht der Reinigungsgruppe, und los geht’s – dachten wir uns. Doch der nette Herr von der Aufsicht war nicht zu erreichen. Doch echte Journalistinnen geben nicht auf, sagten wir uns und machten uns investigativ auf den Weg durchs IFA-Labyrinth.

Wo ist die Putzkolonne?

Als erstes ließen wir uns von unserem Schicksal leiten. Doch das Schicksal meinte es nicht gut mit uns. Die Zeit verging und noch immer irrten wir erfolglos umher.

In unserer Verzweiflung sprachen wir jeden an, der unseren Weg kreuzte. Keiner hatte je  von der Reinigungsfirma Gegenbauer gehört geschweige denn deren Mitarbeiter gesehen. Vor Halle 6 begegnete uns ein  Security-Mann. Er wusste zwar nicht, wo die Reinigungkräfte waren, aber zumindest kannte er sie. Sie mussten existieren. Das motivierte uns wieder ein wenig. Als er uns dann noch verriet, wie unsere „Suchsubjekte“ gekleidet waren, hatte uns der Optimismus wieder. Wir würden die Mitarbeiter, übrigens größtenteils Männer, an ihren grauen Oberteilen erkennen.

Beuteschema: Mann in Grau

Euphorisch rannten wir durch die Messe und dachten an nichts anderes als grau und Mann. Wir hielten jeden im grauen Pullover für einen Reinigungsmann – Lacoste-Logo hin oder her. Statt links und rechts dachten wir nur „grau“ oder „nichtgrau“ und verloren vollends die Orientierung. Irgendwann waren wir zum dritten Mal bei dem Security-Mann von Halle 6 angelangt. Ein ewiger Teufelskreis. Wir gaben auf, gingen ins nächste Bistro und holten uns eine Currywurst. Wenn schon „Lost in Berlin“ dann wenigstens mit Schmackes.

Wir nahmen gerade den ersten Bissen zu uns, da öffnete sich die Tür neben dem Bistro. Beinahe fiel uns die Wurst aus dem Mund:  Da war er –  der sehnsüchtig erwartete Gegenbauer-Mitarbeiter im grauen Overall. Wir waren gerettet, die Currywurst vergessen statt gegessen. Unser grauer Star verwies uns in Halle 26 und dort fanden wir die restlichen Kollegen. Übrigens keineswegs in grau gekleidet, sondern ganz in Zivil: T-Shirt und Jeans. Die Story konnte beginnen.

Und so ist die Geschichte geworden

3 Kommentare leave one →
  1. Frank permalink
    2. September 2010 23:18

    Ja Wahnsinn, wie kann denn das schon v o r der großen Sause so dreckig sein?????? Watt müssen die armen Kerle denn dann erst an den Messetagen leisten? Werde ich mir bei Euch gerne anschauen und bin auf die nächsten Enthüllungen gespannt. Viel Spass auf der IFA!

  2. Mandy permalink
    3. September 2010 10:04

    Hey Frank, du warst noch nie bei einem Messeaufbau dabei oder? Da wird aufgerissen, ausgepackt und der Verpackungsmüll auf den Gang geschmissen. Das ist toll, der weltgrößte Mülleimer 😉 Aber keine Angst, der Höhepunkt ist am Abend vor Messestart, danach sind wir wieder alle ganz brav und halten unsere Umwelt sauber. Bis… ja bis der letzte Gong fällt, die Messe vorbei ist und alles wieder abgerissen wird.

    • Frank permalink
      3. September 2010 12:45

      Hey Mandy, aber nach dem Abbau werden doch wenigstens die supergeilen schniegelnagelneuen Ausstellungsstücke verteilt – oder gibt es da dann für die Helfer auch nur Pappreste???? Dann wäre ich in der Tat auch künftig nicht für den Mülldienst zu begeistern.

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