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Nie wieder saugen?

4. September 2010

von Marcel Vogt

Der Navibot - der allerbeste Saugroboter

Sie sehen aus wie Ufos und rollen scheinbar ziellos durch den Raum. Die Saugroboter ersetzen angeblich den guten alten Staubsauger. Trotzdem müssen Putzfrauen und Raumpfleger nicht um ihre  Jobs fürchten. Das wird deutlich, wenn man sich die beiden Geräte genauer ansieht, die iRobot und Samsung auf der IFA präsentieren.

Der Roomba – berechnetes Chaos

Der „Roomba“ von iRobot navigiert sich mit Sensoren durch die Wohnung.  Damit der Boden sauber wird, muss das Gerät an jeder Stelle ungefähr fünfmal saugen. Um keinen Krümel auszulassen, haben die Entwickler eine Bewegungsroutine berechnet. Es wirkt zwar so, als würde der Roboter ganz zufällig hin und her rollen, doch er ist so konzipiert, dass er überall gleich oft vorbeikommt.
Teurere Versionen sind programmierbar: Man kann mit wenigen Knöpfen einstellen, wann der Roboter losschwirren soll. Wenn der gestresste Benutzer abends nach Hause kommt, muss er sich also nur noch um den Abwasch kümmern – der Boden ist gesaugt.

Der Navibot – Hilfe von oben

Der „Navibot“ von Samsung funktioniert zusammen mit einer Kamera an der Decke. Sie filmt, wo der Roboter schon war und wo er noch nicht gesaugt hat. Wenn die Kamera nichts sieht, weil zum Beispiel eine Tischplatte im Weg ist, dann helfen wiederum Sensoren im Gerät. Auch der Navibot muss mehrmals über jede Stelle fahren, um sie wirklich zu säubern.

Sind meine Legoskulpturen vor dem Saugroboter sicher?

Japaner mit Navibot

MinKyung Jung mit seinem Team

Für Kinderzimmer-Kleinod bieten beide Hersteller ähnliche Lösungen an: Man kann mit einem Laserstrahl einen Bereich des Raumes vom Rest abgrenzen, sozusagen als No-Go-Area für den Staubsaugroboter. Um die Legoskulptur herum wird sich allerdings nach einigen Wochen eine Menge Staub ansammeln, weil sich der Bereich nur grob markieren lässt. Wer sich aber statt dessen nur auf den Sensor verlässt, lässt sich auf ein riskantes Unterfangen ein. Denn der Saugroboter bemerkt zwar Hindernisse, berührt sie aber erst kurz, bevor er umkehrt. Und dann ist die teure Bodenvase vielleicht schon kaputt. „Damit der Roboter wirklich reibungslos funktioniert, müssten Sie eigentlich alle Möbel aus dem Zimmer räumen“, sagt MinKyung Jung von Samsung.

Kommt der Saugroboter auch in die Ecken?

Der Roomba kann praktisch auf allen Oberflächen saugen. Teppiche mit langen Fransen allerdings bereiten ihm Probleme. Er braucht dort mehr Saugkraft, also mehr Akkuleistung. Der Navibot ist ebenfalls fast überall einsetzbar, von PVC über Laminat und versiegelte Böden bis hin zu Teppichen. Er kann sogar zusätzlich auch noch den Boden wischen. Beide Geräte kommen mit verwinkelten Räumen und Ecken nicht gut zurecht. Den lästigen Frühjahrsputz hinter den Schränken muss man also weiterhin selber machen.

Was müssen Verbraucher sonst noch wissen?

Zum Start drückt man einfach auf einen Knopf, und das Gerät fährt los. Beide Saugroboter haben beutellose Auffangbehälter mit Feinstaubfilter. Die Hersteller werben außerdem damit, dass kein Hausstaub aufgewirbelt wird. Nach jedem Reinigungsgang muss man den Auffangbehälter leeren und den Filter säubern. Die Bürsten sind einfach austauschbar und Ersatzteile überall erhältlich, wo es das Gerät auch zu kaufen gibt.
Die Ladezeit des Akkus beträgt zwischen zwei und vier Stunden, je nach Hersteller und Modell. Der Navibot reinigt zum Beispiel eine 80-Quadratmeter-Wohnung in 90 Minuten mit ziemlich genau einer Akkuladung. Alle Saugroboter sind robust gebaut und gehen bei Stößen im Normalfall nicht kaputt.

Dann muss ich also nie wieder saugen?

Leider kann aber kein Saugroboter von heute uns das Saugen komplett abnehmen. Die meisten Hersteller nennen ihre Produkte „Komplementärgeräte“. Das heißt, dass die Roboter für eine gute Grundsauberkeit sorgen und sich mit dem Staubsauger ergänzen.
Obwohl es Saugroboter schon seit Ende der 90er Jahre gibt, sind sie erst seit Kurzem wirklich alltagstauglich. In ein bis zwei Jahren wird es deutlich leistungsfähigere Geräte mit besserer Akkulaufzeit geben. Für 400 bis 600 Euro bekommt man aber auch heute schon einen praktischen kleinen Helfer für die tägliche Hausarbeit, der auch im Interview sehr sympathisch ist.

2 Kommentare leave one →
  1. 5. September 2010 20:14

    Stimmt schon, das man ab und zu selbst Hand anlegen muss, einen großen Teil an Arbeit nimmt so ein Staubsaugroboter aber schon ab. Auch ich bin der Meinung, dass sich diese Roboter noch weiterentwickeln werden und man dann vielleicht in naher Zukunft überhaupt nicht mehr selbst mehr Staubsaugen muss. Mal sehen …

    Achja, nettes Interview 😀

Trackbacks

  1. Roomba, der tanzende Staubsauger « TecWatch-Blog

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