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Ein Klangkäfer für den Snowboardhelm

5. September 2010
by

von Anna Schleinzer

Einen Helm mit eingebautem MP3-Player – das habe ich bei meinem TecChecker-Steckbrief auf die Wunschliste der noch zu erfindenden Innovationen gesetzt. Beim Streifzug durch die IFA-Hallen habe ich entdeckt, dass die Firma Tunebug gerade etwas ganz Ähnliches auf den Markt gebracht hat.

Soundtrack für die Piste

Tunebug auf Skihelm

Endlose weiße Hügellandschaften, strahlend blauer Himmel und Sonnenstrahlen, die im frischen Schnee glitzern. Vor dieser Kulisse rausche ich mit dem Snowboard die Berge hinab. Zum vollendeten Wintererlebnis fehlt nur der richtige Soundtrack. Aber Kopfhörer-Stöpsel reiben unterm Snowboardhelm so unangenehm. Und ich höre dann auch nicht mehr, wenn einer „Achtung! Aus dem Weg!“, schreit.

Bußgeld droht

Ähnliche Probleme haben Fahrrad- und Motorradfahrer. Im Straßenverkehr kann Musikhören für Zweiradfahrer sogar richtig teuer werden. Wer mit Köpfhörern erwischt wird, muss ein Bußgeld zahlen.

Die Firma Tunebug hat sich des Problems angenommen und Mini-Sound-Syteme entwickelt, die klein und leicht sind und die man sich nicht in die Ohren stöpseln muss. Dirk Gerber holt ein dreieckiges Plastikteil hervor, ungefähr halb so groß wie eine Computermaus. „Das ist unser Modell ‚Shake’“, sagt der Vertriebsmanager und verbindet den kleinen Klangkäfer via Bluetooth mit seinem MP3-Player.

Aus Pappkarton mach’ Lautsprecher

Der Kopf ist kein guter Resonanzkörper, dort funktioniert der Tunebug nicht. Micha (rechts) und Tobi würden sich den kleinen Klangkäfer eher nicht anschaffen. „Ich fahre viel lieber ohne Musik Snowboard“, meint Micha.

Gerber drückt „Play“ – aber keine Musik ertönt. „Die Tunebugs selbst sind keine Lautsprecher“, erklärt er. „Aber sie verwandeln so ziemlich alles in deiner Umgebung in welche.“ Man muss also erst die schwingende Membran auf der Unterseite des Klangkäfers auf Tischplatten, Pappkartons oder eben Snowboardhelme drücken, damit etwas zu hören ist. Fast alles kann so zum Resonanzkörper werden. “Funktioniert das auch hier!?“, will ein Messebesucher am Stand von Dirk Gerber wissen und hält sich den Tunebug an seinen Schädel. „Nur wenn nix drin ist!“, feixt Gerbers Sohn Fabian, der seinen Vater zur Messe begleiten durfte.

Nun befestigt Gerber den „Shake“ mit einer Haltevorrichtung außen an einem Skihelm und setzt ihn mir auf den Kopf. Lupenrein ist der Klang nicht, der nun meinen ganzen Kopf umspült. Aber die Tunebugs sind ja auch nicht für den heimischen Klassikgenuss gedacht, sondern für unterwegs. Also für Reisen, den Baggersee, die Fahrradtour oder eben zum Ski- und Snowboardfahren.

Taugt’s für den Straßenverkehr?

Ibrahim (Mitte) und sein Bruder Mete finden den Tunebug „cool“ und „krass“. Mama Gabi hat noch Sicherheitsbedenken.

Die Schüler Mete und Ibrahim sind ganz begeistert von den kleinen Sound-Dingern: „Cool“ und „total krass“, finden die beiden Brüder die Klangkäfer und würden gerne welche für ihre Fahrradhelme haben. Laut Hersteller sind die Mini-Lautsprecher für den Straßenverkehr zugelassen, weil im Gegensatz zu Kopfhörern die Ohren frei bleiben und sie so „die Wahrnehmung von Außengeräuschen“ zulassen. Mama Gabi, mit der Mete und Ibrahim die IFA besuchen, überzeugt dieses Argument noch nicht ganz: „Ob ich meinen Söhnen das erlauben werde, muss ich mir erst noch überlegen.“

Für mich ist der Fall klar: ich warte die ersten Praxiserfahrungen von Tunebug-Nutzern ab. Bevor ich mir damit den Wintersport versüße, möchte ich wissen, ob das System wirklich so sicher ist, wie versprochen. Bis dahin muss der Soundtrack zum Boarden eben noch warten.

Für Bülent, Patrick und Oliver (von links) ist der Klangkäfer definitiv ein Fall von Dingen „die man nicht braucht, aber haben muss!“ Sie finden den Tunebug super und würden ihn „aufm Klo“ (Bülent), „im Urlaub“ (Patrick) oder im Fastfoodrestaurant (Oliver) nutzen.

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