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E-Composer: Apps aus dem Baukasten

7. September 2010

von Christoph Behrens

Jeder, der einen Computer bedienen kann, könnte demnächst Applikationen für Smartphones selbst erstellen. Mit dem E-Composer sollen Laien Texte, Bilder und Daten miteinander verknüpfen und aufs Handy laden können. Fraunhofer-Forscher zeigen die Prototyp-Software auf der IFA.

Programmierung per Drag&Drop

Kristin Albert programmiert mit einem Gummistift. Die Medieninformatikerin verschiebt damit einen lila Kasten auf einem großen Fernsehschirm, tippt einmal darauf, um ein Bild einzufügen und noch mal, um ihn mit einem weiteren Kasten zu verbinden. „Die Bausteine lotsen die Benutzer durch die Software“, erklärt die Entwicklerin der Fraunhofer-Einrichtung für Systeme der Kommunikationstechnik (ESK). Mit der quietschbunten Optik behält der Designer den Überblick über  sein Programm, das er erstellt.

„Google-Maps, Wetterinfos, GPS-Koordinaten – vieles ist als Inhalt denkbar“, sagt die Entwicklerin. Sie denkt an Reisebüros, die ihren Kunden vor dem Abflug Tickets, Reiserouten und Sehenswürdigkeiten für iPhone & Co zusammenstellen. Oder an Lehrer, die ihre Schüler während der Busfahrt ein selbst erstelltes Quiz lösen lassen. „Komplexe Spiele und Animationen sind zu speziell, dafür braucht man weiterhin einen Programmierer“, sagt Kristin Albert. Im Bereich E-Learning sieht sie die größten Chancen für den E-Composer.

Geschäftsmodell unklar – Lizenz oder Open-Source?

Noch ist die Software Zukunftsmusik für Anwender, obwohl die Apps in Flash und HTML5 schon auf Smartphones funktionieren. „Viele haben unsere Demoversion gesehen und würden sie gerne sofort kaufen“, sagt Albert. Doch das Geschäftsmodell ist noch nicht ganz klar. Fraunhofer könnte das Produkt an Firmen lizenzieren, die damit Betriebsanleitungen herstellen oder Medien, die Nachrichten zum Abruf bereit stellen wollen. „Interessant wäre natürlich auch die Open-Source-Variante“, überlegt Albert. Technikversierte könnten die vorgefertigten Bausteine mit Flash-Programmierung weiter entwickeln, neue Vorlagen erstellen und sie frei im Internet anbieten. Die einzelnen Knoten und Verbindungen fügen dann auch weniger Geübte über ihre Browser zusammen, indem sie die Inhalte auf dem PC-Bildschirm verschieben und auf mobile Endgeräte exportieren.

So entsteht eine simulierte App, die in der Browserumgebung des Smartphones läuft. Damit wird beispielsweise der „App Store“ von Marktführer Apple umgangen. Selbstentwickelte native Apps muss Apple zuerst genehmigen, bevor sie Entwickler auf dieser Plattform veröffentlichen können. „Für unser variables, experimentierfreudiges System ist das natürlich undenkbar“, erklärt Albert. Als HTML-Versionen gelangen die selbst erstellten Programme auch ohne diesen Umweg auf die Geräte. Bestimmte Sensorinformationen des Handys wie Neigung bleiben den simulierten Apps allerdings verborgen. Ein Murmelspiel würde also nicht funktionieren.

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