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Ta2 – Videokonferenz im Wohnzimmer

7. September 2010

von Marcel Vogt und Filiz Penzkofer

Telefonieren ist ja schön. Aber manchmal würde man seinen fernen Gesprächspartner auch gerne sehen. Das geht momentan leider nur mit Skype oder mit teurer Videokonferenztechnik. Die Qualität von Skype ist ja bekannt. Und die kostspielige Technik können oder wollen sich Privatmenschen kaum leisten. Das Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) hat eine Lösung für diese Probleme. Moderne Audio- und Videotechnik soll schon bald Unterhaltungen in HD-Bildqualität und MP3-Soundqualität ermöglichen.

HD-Bild ohne Verzögerung

Ein Problemkind ist die Verzögerung, mit der das Bild übertragen wird. Für ein natürliches Gespräch sollte die Verzögerung möglichst gering sein, denn nur dann fühlt es sich tatsächlich so an, als würde der ferne Gesprächspartner mit am selben Tisch sitzen. Oft ist aber die Verzögerung, die beim Codieren der Videoinformation entsteht dazu viel zu hoch: Man sieht die Bewegungen des Gesprächspartners erst wenn sie schon längst vorüber sind. Grund dafür ist unter anderem das Codieren der Videoinformation, das viel Zeit benötigt.

Das Fraunhofer IIS hat dafür eine Lösung entwickelt, die auf jedem modernen Computer funktionieren soll: Eine PC-Karte für die Bilderfassung und ein optimierter H.264-Videocodec reduzieren die Verzögerung so stark, dass man sie nicht mehr bemerkt. Nur eines ist leider Voraussetzung: VDSL. Die Datenrate des Streams, also der Audio- und Videosignale, liegt zwar unter 2 Megabit, aber DSL 2000 reicht trotzdem nicht. Denn es müssen gleich viele Daten gesendet wie empfangen werden. Und DSL 2000 stellt die benötigte Übertragungsrate nur zum Empfang zur Verfügung.

Tonübertragung in CD-Qualität

Auch für die magere Tonqualität gibt es einen Lösungsansatz: die Software „Audio Communication Engine“ (ACE) des Fraunhofer IIS. Sie verwendet den MPEG-Audiocodec AAC-ELD (AAC-Enhanced Low Delay), der Ton in CD-Qualität überträgt – mit derselben nicht spürbaren Verzögerung im Millisekundenbereich wie der H.264-Videocodec das HD-Bild. Außerdem unterdrückt die Software das Echo. Man kann sich also im ganzen Raum bewegen und über die Freisprechanlage unterhalten, ohne sich selber wieder über die Lautsprecher zu hören. Unverständlicher Ton durch Übertragungsfehler gehört womöglich auch bald der Vergangenheit an. Denn die ACE verwendet einen dynamischen Puffer. Bei schlechter Übertragungsqualität holt die Software einfach Informationen aus diesem Puffer und „verschleiert“ damit Fehler.

Telefonieren mit Tätowierung

Die Technik ist Teil des EU-Projekts “Together Anywhere, Together Anytime” (Ta2) – immer und überall beisammen. Menschen sollen damit in Zukunft günstig und gut mit Freunden und Familie in aller Welt Kontakt halten. Korrekt ausgesprochen hört das Projekt übrigens auf den schönen Namen „Ta2“ – sprich „Ta-two“ oder „Tattoo“ – also Tätowierung. Vielleicht weil es einen bleibenden Eindruck hinterlässt?

Und so funktioniert das Ganze: Marcel Vogt hat es ausprobiert.

Mehr dazu:

Hybrid-TV: Internet per Fernbedienung

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