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Was können die ersten 3D-Kameras?

7. September 2010

von Christoph Behrens

Die Flut an 3D-Fernsehern erschlägt die IFA-Besucher, doch Inhalte dafür sind noch selten. Erste Hersteller möchten jetzt Hobbyfilmern ermöglichen, selbst in 3D zu filmen und zu fotografieren. Christoph Behrens hat sich drei Modelle genauer angesehen – zwei 3D-Camcorder und  eine Digitalkamera.

Der Pionier

Mit dem HDC-SDT750 verspricht Panasonic einen semi-professionellen 3D Camcorder, zum satten Preis von 1400 Euro. Im Prinzip entspricht die Kamera Panasonics HDC-TM700, erweitert um ein spezielles 3D-Objektiv (VW-CLT1), das man vor die Linse schraubt und adjustiert. Der 3D-Aufsatz gibt über zwei leicht versetzte Linsen im „Side-by-Side“-Verfahren Bilder für das linke und rechte Auge an die Optik der Kamera weiter. Damit halbiert sich die Auflösung von 1920×1080 im 2D- auf 960×1080 Bildpunkte im 3D-Modus. Dort fehlen auch wichtige Features wie ein Zoom.

Im 2D-Modus kann die Kamera bis zu 12-fach zoomen, zusätzlich hat sie nützliche Funktionen wie eine Bildstabilisierung oder eine Lächelerkennung mit automatischem Fotoauslöser. Die 3D-Aufnahmen kommen in ordentlicher Qualität, reichen jedoch nicht an professionelle 3D-Studiokameras heran. Wer nur einen sehr guten Camcorder sucht, greift also lieber zu HDC-TM700 oder HDC-HS700, die es ab etwa 850 Euro bzw. 1100 Euro zu kaufen gibt. Für 300 bis 550 Euro mehr bietet die HDC-SDT750 also eigentlich nur einen 3D-Aufsatz.

Die Allrounder

Sony geht mit den kompakten Digitalkameras NEX-3 und NEX-5 mit 3D-Fotofunktion eigene Wege. Der Fotograf muss die Kamera um mindestens eine Viertelumdrehung schwenken, während sie unablässig knipst. Aus den 30 Einzelbildern erstellt die Kamera dann eine dreidimensionale Ansicht, die mit jedem 3D-Fernseher betrachtet werden kann. Ideal ist das für Rundumschwenks vom Palmenstrand, unpraktisch bei Schnappschüssen. Das richtige 3D-Gefühl mag beim Fotografieren nicht aufkommen. Videos nehmen die Modelle sowieso nur in 2D auf.

Sony verknüpft mit NEX-3 und NEX-5 eine kompakte 2D-Digicam in HD-Qualität mit bildmächtigen, auswechselbaren Objektiven zu einem gelungenen Gesamtpaket. „Sie sind von der Leistung her wie Spiegelreflexkameras, aber ohne Spiegel, sondern mit starken Sensoren“, beschreibt eine Sony-Sprecherin das Handling. Sony zielt damit auf Besitzer einer Spiegelreflex ab, die noch gerne ein kompakteres Modell zum Reisen hätten. Durch die hohe Auswahl an Objektiven und Preisklassen sind die Apparate NEX-3 und NEX-5 sehr gut geeignet für anspruchsvolle Hobbyfotografen, die sich ausgereifte Technik und ein nettes Gimmick wie den 3D-Schwenk wünschen. Die 3D-Panoramafunktion ist auch in den günstigeren Cybershot-Modellen DSC-WX5 (320 Euro) und DSC-TX9 (400 Euro) enthalten.

Der Spaßmacher

Zum absoluten Kampfpreis von 200 Euro bringt Aiptek den ersten 3D-Camcorder im Handyformat auf den Markt. Der klobig-minimalistische i2 beherrscht räumliche Aufnahmen in der HD-Auflösung 1280×720 Pixel und gibt sie gleichzeitig ohne 3D-Brille auf dem 2,4-Zoll Display wieder. Wer bei Freunden mit 3D-Aufnahmen von der eigenen Party auf YouTube3D Eindruck schinden will, macht mit der günstigen i2 sicher nichts verkehrt. Funktionen wie Zoom, Weißabgleich oder Blendeneinstellungen sucht man aber vergebens. Als reine 2D Kamera ist sie deshalb nicht geeignet. Die beigelegte Software wandelt 3D-Dateien auch in 2D-Material um, damit sie jeder Monitor wiedergeben kann. Die mitgelieferte zweifarbige Brille lässt im Gehirn dann wieder ein räumliches Bild entstehen.

Wo steckt Fujifilm?

Fujifilm hat mit der Finepix Real 3D W1 bereits letztes Jahr die erste Marke für 3D-Digitalkameras gesetzt. Der Nachfolger W3 soll ab September 2010 3D- und 2D-Videos sowie -Fotos in HD-Qualität aufnehmen können. Mit einem Preis von 450 Euro macht sie sämtlichen vorgestellten Modellen ernsthaft Konkurrenz. Allerdings war Fujifilm in diesem Jahr nicht auf der IFA vertreten.

Mehr dazu:

Bericht über die Fujifilm Finepix Real 3D W3 bei Netzwelt.de

3D: Es geht auch ohne Brille!

Nächste Generation 3D kommt ohne Brille

One Comment leave one →
  1. 7. September 2010 23:30

    schon verblüffend, wie schnell die entwicklung dieser kleinen dinger von statten ging …

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