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Versteh einer 3D

7. September 2011

von Michael Prakash

Der 3D Markt hat nicht nur drei Dimensionen, sondern viel mehr. Es gibt Geräte mit Shutter- oder Polarisationsbrille – oder solche ohne Brille und stattdessen mit Parallax-Barriere oder Linsenraster. Wer da selbst mit Brille nicht durchblickt und sich deshalb noch keinen neuen Flimmerkasten angeschafft hat, liegt vielleicht richtig.

Noch sind die verschiedenen Möglichkeiten ein dreidimensionales Bild zu generieren, ziemlich unübersichtlich und DAS heiße 3D-Gerät existiert auch auf der IFA noch nicht. Allerdings soll bereits 2015 ein 3D-Fernseher jeden fünften deutschen Haushalt schmücken, so eine Studie der Consulting-Firma Goldmedia GmbH. Die Frage ist nur: Welche der Techniken setzt sich durch?

Mit Brille, ohne Brille?

Eine der grundlegensten Fragen ist, ob es für den Genuss der dritten Dimension ein Hilfsmittel braucht. Die Marktforschung schreit „Nein“. Denn kaum ein Konsument will abends mit Gläsern vor der Glotze hocken. Die Technik plädiert bisher eher dafür. Denn autostereoskopische, also „brillenlose“ Displays senden ein Signal, das der Zuschauer nur richtig empfangen kann, wenn er im richtigen Abstand und Winkel vor dem Gerät sitzt. Es sei denn, das Gerät würde Winkel und Abstand erkennen und das Bild anpassen, selbst wenn man sich im Sessel hin- und herräkelt.

Eyetracking

„Eyetracking“ ist die Technologie, die das möglich macht. Beim Tracken verfolgen Kameras systematisch die Augen des Zuschauers. Anschließend sendet das TV-Gerät die Videosignale exakt in diese Richtung. Es steuert quasi permanent das Sichtfeld des Betrachters an. Sitzt man nicht alleine auf dem Sofa, wird das Verfahren allerdings kompliziert. Es ist zwar möglich, mehrere Augenpaare zu tracken. Und man kann Signale auch gleichzeitig in unterschiedliche Richtungen senden. Das klappt aber nur mit einer sehr hohen Bildauflösung.

Schöne Aussichten

Moment. Ein Fernseher, mehrere Signale, jeweils exakt für ein Augenpaar zugeschnitten? Dadurch kündigt sich etwas komplett Neues an. Damit wäre es sogar möglich, zwei unterschiedliche Sendungen zur selben Zeit am selben Apparat zu sehen. So unglaublich das klingt, Bernd Duckstein vom Fraunhofer Heinrich Hertz Institut, der auf diesem Gebiet forscht, schätzt, dass es bereits in fünf bis zehn Jahren solche Geräte geben könnte.

Keine Kämpfe mehr ums Abendprogramm?

Damit nicht nur Stummfilme auf der Mattscheibe laufen, müsste jeder Zuschauer Kopfhörer tragen. Das ist schon ein Wermutstropfen, denn Hilfsmittel beim Fernsehen sind ja – siehe 3D-Brille – unbeliebt. Aber was tut man nicht alles für einen „gemeinsamen“ Fernsehabend?

Dreidimensionaler wirds nicht – jetzt zugreifen?

Wer noch nicht in Zukunftsvisionen schwelgt, sondern heute einfach nur 3D im eigenen Wohnzimmer schauen will, für den bleibt aber die Frage: Welche Technik setzt sich durch? Denn die teure Shutterbrille soll ja nicht morgen teurer Elektronikschrott sein. Doch da besteht Hoffnung: Im August haben die Unternehmen Panasonic, Samsung, Sony und Xpand 3D beschlossen, zumindest das Chaosbei der Shuttertechnik zu beenden und eine gemeinsame Brille zu entwickeln.

Auch in Deutschland bewegt sich was. Ein loses Netzwerk verschiedener Firmen hat am 5. September auf der IFA das 3D Innovation Center Berlin gegründet. Es soll eine Plattform für Entwicklung, Kommunikation, Transfer und Marketing sein. Bisher arbeiteten Hersteller, Entwickler und Content-Maker, also 3D-Filmer, vorzugsweise getrennt. Das Center soll es ermöglichen, Entwicklungen gemeinsam zu testen und zu verbessern.

Entstehen aus diesen Initiativen gemeinsame Standards und universelle Geräte, dann sinkt das Risiko, auf die falsche Technik zu setzen. Und es sinkt auch der Preis. Wer also nicht zu viel Geld aber dafür ein wenig Geduld hat, sollte den Kauf eines 3D-Geräts noch ein wenig zurückstellen.

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