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Noch schärfer als die Wirklichkeit

1. September 2012

von Maximilian Gerl

„Schärfer als die Realität erlaubt“ – mit diesem Werbespruch machte Full-HD von sich reden und konnte sich als ein neuer Standard bei Fernsehgeräten durchsetzen. Bald könnte die bislang schärfste Auflösung aber von einer noch detaillierteren abgelöst werden: 4K ist im Kommen.

Der Gund dafür ist die neue Generation an Fernsehern, die immer größere Dimensionen annehmen. Galten bis vor ein paar Jahren noch 50 Zoll (1,27 Meter) als riesig, gibt es inzwischen immer mehr Geräte mit einer Bildschirmdiagonalen von über 70 oder 80 Zoll (ca. 2 Meter). Sharp stellte auf der IFA sogar einen riesigen 90-Zoller vor, der nächstes Jahr auch bei uns erhältlich sein soll. Doch während die Mattscheiben selbst immer größer werden, bleibt die Auflösung gleich. Der Zuschauer muss also einen gewissen Abstand zum TV einnehmen, um das Bild überhaupt scharf erkennen zu können.

4K verdoppelt HD in Höhe und Breite.

4K verdoppelt HD

4K soll hier die Lösung bieten. Denn die auch als Ultra High Definition bezeichnete Auflösung kann 3840 x 2160 Pixel (8,3 Megapixel) anzeigen. Zum Vergleich: HD sendet in einer Auflösung von 1920 x 1080 Pixel (2,1 Megapixel). 4K verdoppelt also den bisherigen HD-Standard in der Höhe und in der Breite. Dadurch können mehr Details dargestellt werden, die Farbgenauigkeit nimmt zu -das Bild wird schärfer.

4K schafft aber auch neue Probleme. Die neue Genauigkeit lohnt sich nur für besagte XXL-Fernseher. Kleinere Geräte können die neue Auflösung nur ungenügend darstellen. Das eigentlich scharfe4K muss dann heruntergerechnet werden, wobei unter Umständen Bildinformationen verschwinden. Die Folge sind falsche Farbwerte und Kontraste. Außerdem stellt sich die Frage, ob das menschliche Auge die neue Vielzahl an Details auf kleinen Bildschirmen überhaupt wahrnehmen kann.

Ultra High Definition macht also in erster Linie bei richtig großen Fernsehern Sinn. Material in 4K ist bereits vorhanden, wenn auch überschaubar: Lediglich US-Filmstudios haben einige ihrer Blockbuster wie „Bad Teacher“ oder „Moneyball“ bereits in 4K abgedreht, um dem Kinobesucher ein noch schärferes Effektgewitter auf der Leinwand präsentieren zu können. Auch YouTube unterstützt bereits das Streaming von 4K-Filmen.

Bis das deutsche Fernsehprogramm in 4K erscheint, dürfte es noch etwas dauern. Da gerade erst mit einigen Mühen der Sprung vom analogen zum digitalen Fernsehen geschafft wurde, erscheint es für die nahe Zukunft unwahrscheinlich, dass die Sender ihren gerade erst eingerichteten HD-Standard gegen eine neuere Version eintauschen. Aber zum Glück ist ja bereits der „schärfer als die Realität erlaubt“.

Mehr zum Thema TV-Geräte im TecWatch-Blog:

XXL-Fernseher fürs große Wohnzimmer

Dünner, leichter, schneller – OLED

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