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Strahlung aus der Hosentasche?

4. September 2012

von Maximilian Gerl

Neben Fernsehern, Stereoanlagen und Tablets sind auf der IFA besonders die neusten Handymodelle bei den Massen beliebt. Samsung lockt zum Beispiel mit Galaxy Note II, Sony mit Xperia J. Bei aller Begeisterung über die neuen Geräte vergessen wir jedoch schnell, dass wir ja noch immer nicht wissen, ob uns Handystrahlung eigentlich gefährlich werden kann.

Da wir Mobiltelefone nahe am Körper benutzen, hat die von ihnen ausgehende Strahlung sogenannte thermische Effekte: Die Funkwellen setzen unsere Moleküle in Bewegung. Dadurch entsteht Wärme. Je näher ein bestimmtes Körperteil dem Handy kommt, desto mehr heizt es sich auf, da die Wellen tiefer in den Organismus eindringen können. Wer einen kühlen Kopf bewahren möchte, telefoniert also mit dem Headset und nicht mit dem Gerät direkt am Ohr.

Ab einer Intensität von 4 Watt pro Kilogramm (W/kg), so das Bundesamt für Strahlenschutz, kann Mobilfunk gesundheitsschädigend wirken. Das Krebsrisiko könnte steigen. In Deutschland sind deshalb 2 W/kg als Obergrenze für Handys festgeschrieben. Unklar bleibt dennoch, ob Langzeitschäden schon bei 2 W/kg – insbesondere bei Kindern – auftreten können.

Messung von SAR-Werten

Was aber tun, um auf Nummer sicher zu gehen? Weniger mit dem Handy telefonieren? Tatsächlich empfiehlt das Bundesamt für Strahlenschutz, möglichst Festnetztelefone zu benutzen. Außerdem sollte man das Handy nicht bei schlechtem Empfang verwenden, da hier die Sendeleistung und damit auch die Strahlung höher ist. Am besten achtet man beim nächsten Handykauf gleich auf den SAR-Wert. Dieser misst die Spezifische Absorptionsgrenze, also wie tief Funkwellen in den Körper eindringen können. Je niedriger der SAR-Wert ist, desto geringer ist die Belastung.

Viele Mobiltelefone verfügen aber noch immer über vergleichsweise hohe SAR-Werte. Laut dem Bundesamt für Strahlenschutz interessieren sich die Hersteller nicht dafür, mit neuen Technologien die Belastung zu verringern: Hauptsache, man bleibt unter der gesetzlichen Vorschrift. Und wer in ein Elektrogeschäft geht und nach dem Telefon mit dem niedrigsten Strahlungswert fragt, der wird wahrscheinlich auch dort auf verständnislose Blicke stoßen.

Wer wissen möchte, wie viel sein Handy strahlt, der kann sich auf der Homepage des Bundesamts für Strahlenschutz informieren. Weitere Daten sammelt außerdem das Fachinstitut für Elektromagnetische Verträglichkeit zur Umwelt in Köln. Auch Fachmagazine wie zum Beispiel Connect testen, wie sehr aktuelle Handymodelle strahlen. Unterschiedliche Messverfahren machen die Sache noch komplizierter. Der offizielle SAR-Wert entspricht daher manchmal nicht der wahren Strahlung. Nach dem Test von Connect strahlen die Handys von Samsung recht wenig, das iPhone hingegen sehr. Das darf man aber nicht verallgemeinern: Manche Modelle sind strahlungsarm, während andere Typen des gleichen Herstellers strahlungsstark sind.

Der strahlungsbewusste Technikfan gerät auf der IFA in ein Dilemma. Zwar sind die neuen Telefone schön anzusehen, doch das schützt eben noch lange nicht vor einer möglicherweise schädlichen Strahlungsdosis.

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